Durchblutung bei Pferden fördern

Bei älteren Pferden sollte man besonders auf eine gute Durchblutung des Körpers achten.
Eine gute Durchblutung ist für Pferde der Schlüssel für die optimale Funktion fast aller Körperprozesse. Sie stellt sicher, dass jede Zelle genau das bekommt, was sie zum Leben und Arbeiten braucht, und gleichzeitig Abfallprodukte schnell abtransportiert werden. Die Organe werden mit Sauerstoff versorgt, die Immunabwehr unterstützt, ebenso die Wundheilung und der Hormonhaushalt. Was wir selbst tun können, damit unsere Freunde in allen Lebenslagen gut durchblutet bleiben, erklären wir hier.
Das Blut transportiert lebenswichtigen Sauerstoff und essenzielle Nährstoffe zu den Organen, Muskeln und in das Gewebe des Körpers. Die optimale Nährstoff- und Sauerstoffversorgung ist dadurch immer gewährleistet, egal ober Körper ruht oder gerade viel leistet. Zugleich dient die Durchblutung der körpereigenen Abfallentsorgung. Stoffwechselendprodukte (wie Kohlendioxid oder Laktat) werden abtransportiert. Wenn die Durchblutung optimal funktioniert, regeneriert der Körper nach dem Training besser und Muskelkater wird gelindert.
Auch das Immunsystem profitiert von guter Durchblutung. Weiße Blutkörperchen und Antikörper können schneller an den Ort des Geschehens gelangen, wodurch Krankheitserreger, Entzündungen oder Verletzungen rascher bekämpft werden. Die Wundheilung der Haut wird unterstützt. Die gut durchblutete Haut und ein gut durchblutetes Gewebe reparieren sich nach Verletzungen deutlich schneller. Auch äußerlich sehen Haut und Haare besser aus, da die Haarfolikel und die Hautschichten gut mit Nährstoffen versorgt werden.
Allgemeine Durchblutungsstörungen
Diese Anzeichen können allgemein auf eine gestörte Blutzirkulation hinweisen:
- Kalte Extremitäten (z. B. Ohren, Beine, Hufe)
- Blasse oder bläuliche Schleimhäute (z. B. Maul, Augen)
- Schwäche, Müdigkeit oder Bewegungsunlust
- Muskelzittern oder Muskelverspannungen
- Unregelmäßiger oder schwacher Puls
- Niedrige Körpertemperatur (Hypothermie)
Regionale Durchblutungsstörungen
Gliedmaßen
Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen können Krankheiten wie Hufrehe oder Thrombose verursachen. Symptome sind:
- Schwellungen
- Wärme oder Kälte in bestimmten Bereichen
- Schmerzen bei Bewegung
- Lahmheit oder Bewegungseinschränkungen
- Pulsation in den Arterien der Beine (z. B. starker Fesselarterienpuls).
Hufe
Wenn speziell die Hufe von Durchblutungsstörungen betroffen sind, z.B. bei Hufrehe, treten folgende Symptome auf:
- Starker Schmerz, besonders bei Belastung
- „Sägebockstellung“ (Pferd verlagert Gewicht nach hinten)
- Erwärmte Hufe
- Erhöhter Puls am Fesselbein
Gehirn
Schock oder Vergiftung können zu Durchblutungsstörungen führen, mit folgenden Symptomen:
- Apathie oder Bewusstseinsstörungen
- Gleichgewichtsprobleme
- Zittern oder Krämpfe
Magen und Darm
Gestörte Durchblutung führt hier zu folgenden Symptomen:
- Kolik (Unruhe, Wälzen, Scharren, zum Bauch schauen, Flehmen)
- Aufgeblähter Bauch
- Schwitzen, erhöhter Puls
Wann zum Tierarzt?
Sobald eines der folgenden Anzeichen auftritt, sollte man unverzüglich den Tierarzt rufen:
- Kalte oder stark geschwollene Gliedmaßen
- Lahmheit, auch ohne erkennbare Verletzung
- Starke Schmerzreaktionen
- Blasse oder bläuliche Schleimhäute
- Apathie oder Verhaltensänderung
Wichtige Nährstoffe zur Förderung der Durchblutung des Pferdes
Bei Durchblutungsstörungen können Mangelzustände von mehreren Vitaminen eine Rolle spielen, darunter B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure, die für die Bildung roter Blutkörperchen und Blutgefäßfunktionen wichtig sind, sowie Vitamin C, das für die Kollagenbildung der Gefäßwände benötigt wird, und Vitamin E, das blutgerinnungshemmend wirkt. Da unspezifische Symptome auch andere Ursachen haben können, sollte ein Tierarzt das Blut nach Vitaminmängel untersuchen.
| Nährstoff | Wirkung |
|---|---|
| Vitamin C | Gefäßschutz, antioxidativ. Wichtig für die Kollagenbildung, die für die Funktion der Blutgefäße entscheidend ist. Pferde bilden Vitamin C selbst – nur bei Krankheit, Stress oder alten Pferden zusätzlich füttern. |
| Vitamin E | Starkes Antioxidans, schützt Blutgefäße vor freien Radikalen, verbessert die Sauerstoffversorgung der Zellen. Empfohlen bei: Muskelerkrankungen, älteren Pferden, chronischen Entzündungen. |
| B-Vitamine (insbesondere B1, B6, B12, Folsäure) | Fördern Nervenleitung, Energiestoffwechsel und Blutbildung. Sie tragen zur Bildung roter Blutkörperchen bei und unterstützen die Nerven. Ein Mangel kann zu Blutarmut und Nervenschäden führen. Besonders wichtig bei Pferden mit Stoffwechselstörungen, Nervosität, Stress oder neurologischen Auffälligkeiten. |
| Magnesium | Entspannt Gefäße und Muskulatur, verbessert die Durchblutung und mindert Krämpfe. Mangelanzeichen: Nervosität, Muskelverspannungen, Zuckungen, Hufrehe-Anfälligkeit. |
| Selen (in Verbindung mit Vitamin E) | Antioxidativ, schützt Zellen und Muskulatur, wirkt entzündungshemmend. Achtung: Selen hat eine enge Toleranzgrenze, daher niemals ohne Untersuchung des Blutbildes dem Futter zusetzen. |
| Vitamin D | Vitamin D hat direkten und indirekten Einfluss auf die Durchblutung des Pferdekörpers. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird mit Gefäßschäden, Durchblutungsstörungen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. |
Bewegungsbedarf bei Durchblutungsstörungen
Ein Mindestmaß an täglicher Bewegung sind für jedes Pferd in jedem Alter wichtig, um die Durchblutung des Körpers zu erhalten. Pro Tag sollte das Pferd mindestens fünf Stunden auf der Koppel oder einem großen Sandauslauf frei laufen dürfen, idealerweise mit anderen Pferden.
Zusätzliche gezielte Bewegung ist hilfreich, um die Durchblutung zu verstärken. Zum Beispiel Schritt führen (30–60 Minuten), Bodenarbeit oder Longieren (20–30 Minuten) oder „Leichtes Reiten“ sind geeignet.
Empfehlung für die Basisfütterung
Spätschnitt-Heu aus artenreichem Grünland
- Höherer Rohfaseranteil (besser für den Stoffwechsel)
- Weniger Zucker/Fruktan (geringere Belastung für Kreislauf und Hufe)
- Unterstützt gesunde Darmflora (wichtig für die Entzündungsregulation)
Es ist ideal für Pferde mit:
- Stoffwechselproblemen (EMS, ECS)
- Hufrehe beziehungsweise Reheanfälligkeit
- Übergewicht oder Bewegungsmangel
- chronischen Entzündungen
Heu mit niedrigem Zuckergehalt
Heu, mit einem Wert unter 10 Prozent Gesamtzucker, ist für Pferde mit Durchblutungsstörungen ideal. Ein hoher Zuckergehalt kann Entzündungsreaktionen verstärken und Gefäße belasten. Besonders kritisch ist dies bei Pferden mit Hufrehe oder gestörter Mikrozirkulation.
Tipp: Ein Heuanalyselabor kann den Zucker- und Eiweißgehalt genau bestimmen (Kosten: circa 50 €)
Strukturreiches, langstängeliges Heu
- Es fördert intensives Kauen (mehr Speichel, also besserer pH-Wert im Magen und Darm)
- Unterstützt die gesunde Darmflora (zentrale Rolle bei Durchblutung und Immunabwehr)
- Längere Fresszeiten (gleichmäßige Energieaufnahme, also schonend für das Herz-Kreislauf-System)
Nicht geeignet bei Durchblutungsstörungen
Diese Heuarten sollten vermieden werden:
- Frühschnitt-Heu: enthält viel Zucker und Eiweiß (stoffwechselbelastend)
- Reines Luzerneheu: ist sehr eiweißreich (Leber und Nieren belastend)
- Schimmelbelastetes Heu: führt zu Gefäßstress, Entzündungen, Allergien
- Staubiges Heu: reizt die Atemwege (indirekter Einfluss auf den Kreislauf)
Warum Getreide problematisch sein kann
Der hohe Stärke- und Zuckergehalt von Getreide führt bei futtersensiblen Pferden zu Blutzuckerschwankungen, fördert Entzündungen und schwächt die Durchblutung, besonders der feinen Gefäße (zum Beispiel in der Huflederhaut).
Der übermäßige Stärkegehalt von Getreide kann die Darmflora stören. Dann können sich Endotoxine bilden und Leber, Gefäße und Kreislauf belasten.
Stoffwechselstörungen werden durch Getreide tendenziell gefördert. Dies ist besonders kritisch bei Hufrehe und Rehe-Anfälligkeit, EMS (Equines Metabolisches Syndrom), ECS (Cushing), Leber- oder Kreislaufproblemen und Übergewicht.
Getreide kann außerdem die Mikrozirkulation (in den kleinsten Blutgefäßen) verschlechtern. Dies erhöht das Risiko von Gefäßverengungen und schlechter Versorgung von Gewebe (z. B. in Huf, Muskeln, Haut).
Wann und welches Getreide in kleinen Mengen in Ordnung ist
Nur wenn das Pferd untergewichtig ist oder schwer arbeitet, keine Hufrehe, EMS oder Cushing hat, keine Leber- oder Kreislaufbelastung zeigt, können kleine Mengen Getreide sinnvoll sein. Geeignet sind dann:
- Hafer (unmelassiert und gut eingeweicht): leicht verdaulich und schmackhaft
- Gerste (thermisch aufgeschlossen): etwas stärkeärmer als Mais, gut verwertbar
- Maisflocken (thermisch behandelt): nur für schwerfuttrige Pferde
- Hafercobs oder Strukturmüsli (ohne Melasse/Zuckerzusatz): gute Alternative bei höherem Energiebedarf
„Kleine Mengen Getreide“ bedeutet pro 100 Kilo Körpergewicht maximal 200 Gramm am Tag.
Kräuter bei Durchblutungsstörungen
Bei Durchblutungsstörungen kann man das Pferd mittels Kräuterfütterung gezielt unterstützen. Man kann dadurch die Mikrozirkulation fördern, also die Durchblutung in den kleinsten Blutgefäßen des Körpers, wie zum Beispiel den Kapillaren, Arteriolen und Venolen. Die Gefäßgesundheit verbessert sich, Herz, Kreislauf, Muskulatur und Stoffwechsel werden gestärkt.
Die Deganius Empfehlungen
Deganius Senior
Deganius Senior vereint Mistel und Weißdorn in einer Kräutermischung. Daneben sind Kräuter für Leber und Nieren enthalten. Diese Kräutermischung fördert die Durchblutung und ist für herz-kreislauf-sensible Tiere mit schlechter Durchblutung bestens geeignet. Täglich zehn Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht füttern. Nicht an Allergiker füttern.
Weißdorn
Weißdorn, auch Crataegus genannt, ist durchblutungsfördernd, herzstärkend und gefäßunterstützend. Bei Herz-Kreislauf-Schwäche, bei sehr heißem Wetter oder bei Wetterumschwung ideal. Täglich sechs Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht füttern.
Mistel
Mistel fördert die Durchblutung, stärkt die Blutgefäße und ist leicht gefäßerweiternd. Mistel verbessert die Mikrozirkulation in den Hufen und Muskeln. Auch bei Tieren mit Wetterfühligkeit und Kreislaufschwäche empfehlenswert. Nicht an Allergiker verabreichen, dann stattdessen lieber Weißdorn wählen. Täglich sechs Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht füttern.
Knoblauch
Knoblauch ist durchblutungsfördernd, da seine Inhaltsstoffe die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und die Blutgefäße weiten. Die enthaltenen Schwefelverbindungen machen die Blutgefäße elastischer. Täglich sechs Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht füttern, nicht länger als sechs Wochen geben.
Ingwer
Ingwer wirkt durchblutungsfördernd, weil seine natürlichen Scharfstoffe (Gingerole) den Körper sanft erwärmen. Sie erweitern die Blutgefäße, was den Blutfluss erleichtert. Zudem ist Ingwer leicht blutverdünnend, wodurch der gesamte Kreislauf in Schwung gebracht wird. Täglich sechs Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht füttern.
Rote Beete
Rote Beete enthält in kleinen Mengen Nitrate. Nitrate fördern die Durchblutung des Körpers. Täglich circa 10 bis 20 Gramm getrocknete Rote Beete pro 100 Kilo Körpergewicht füttern.
Salvana Pferdemineral
Enthält unter anderem ausreichend Selen, Vitamin E, Vitamin B-Komplex, Vitamin D und Magnesium für die optimale Durchblutung des Pferdes. Täglich zehn Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht füttern.