Fellwechselzeit auf dem Planeten Erde

und am 02.09.2016

Przewalskifohlen im Fellwechsel

Przewalskifohlen im Fellwechsel

Haben Sie einen Sommerrappen? Oder hat Ihr Pferd sogenannte Hafertaler im Fell? Oder haben Sie schon vereinzelt Hungerhaare im Haarkleid Ihres Pferdes endeckt, oder vielleicht sogar Stichelhaare? Ja, was ist das denn eigentlich: Hungerhaare, Hafertaler, ein Sommerrappe und Stichelhaare? Und was kann das bedeuten? Die spinnen doch, diese Deganier… kommen die von einem anderen Planeten oder warum reden sie so komisch?

Ja, das könnte man denken. Aber weil wir von unserer schönen Pferdeerde stammen, möchten wir gerne Aufklärung über den jetzt anstehenden Fellwechsel unserer Hauspferde leisten. Ein Sommerrappe hat rote Haarspitzen in seinem braunen Fell, Hafertaler sind dunkle Fellflecken bei Füchsen, Hungerhaare sind einzelne lange Haare im Fell und Stichelhaare sind vereinzelt weiße Haare im Fell des Pferdes. Sie alle können Hinweis darauf geben, dass die Leber und der Stoffwechsel des Pferdes überlastet sind. Ein bevorstehender Fellwechsel kann dann für die meisten Pferde sehr kräftezehrend sein. Damit unseren Hauspferden in dieser Zeit geholfen wird, haben wir uns diesmal eingehend mit diesem Thema beschäftigt, damit alle unsere Pferde gut durch den Fellwechsel kommen:

Der Fellwechsel

Mit dem Fellwechsel rüstet sich das Pferd für die klimatischen Bedingungen der Jahreszeiten, das leichtere Sommerfell wird vom wärmenden Winterfell abgewechselt und umgekehrt.

Im Herbst fängt der Fellwechsel bei Pferden meistens Ende August bis Anfang September an und zieht sich dann circa 8 Wochen hin, je nach Witterungslage. Der Fellwechsel im Frühjahr beginnt im Februar bis März und braucht etwa genau so lange. Für die Tiere ist dies eine anstrengende Zeit, denn sie tauschen ja ihr Haarkleid komplett aus. Schon alleine deshalb ist es sinnvoll, die Tiere zu unterstützen. Die Pferde können in dieser Zeit schlapp und energielos wirken. Abgesehen davon, dass jede Menge Haare fliegen, sieht das Fell dann oft glanzlos und stumpf aus und manche Pferde werden während der Fellwechselzeit (besonders nach einem kargen Winter) deutlich dünner. Auch Hautprobleme können sich während des Fellwechsels verstärken, Hautpilz und Mauke entwickeln sich dann bei geschwächten Pferden, besonders wenn die Haut vor dem Fellwechsel schuppte, juckte und ölig wirkte. Die Infektionsrate ist zur Fellwechselzeit besonders hoch, oft treten in dieser Zeit Atemwegserkrankungen auf.

Störungen des Fellwechsels

Bei älteren Pferde kann sich der Fellwechsel sehr lange hinziehen, das ist besonders beim Wechsel zum Sommerfell sichtbar, weil die Tiere dann so zerrupft aussehen. Auch ein Mineralienmangel kann zu einem verzögertem Fellwechsel führen. Desweiteren kann bei ungenügenden Entwurmungsstrategien, Leber und-Darmerkrankungen, Schilddrüsenproblemen, Zahnprobleme und Stoffwechselstörungen eine verlangsamter Fellwechsel und/oder eine unzureichende Fellbeschaffenheit auftreten. Die allermeisten Fellwechselstörungen sind allerdings fütterungs- und stoffwechselbedingt.

Impfen und Entwurmen während des Fellwechsel

Impfen und Entwurmen sollte möglichst nicht während der Fellwechselzeit stattfinden, da der Organismus des Pferdes in dieser Zeit sowieso schon belastet ist. Wenn allerdings eine Entwurmung oder Impfung zwingend notwendig sein sollte, muss das Pferd unbedingt unterstützt werden, damit es nicht zu stark abbaut und für Infektionen anfällig wird.

Wer in der Zeit des Fellwechsels nicht impfen mag und die Impfung eventuell verschieben möchte, kann den Organismus des Pferdes in dieser Zeit mit Propolis (Bienenkittharz) stärken. Dies empfiehlt sich bei besonders schwachen Pferden, damit sie die Zeit des Fellwechsels möglichst ohne Atemwegsinfektionen überstehen. Propolis stärkt das Immunsystem und kann vorbeugend zur Kräftung des Pferdes gegeben werden.

Den Fellwechsel unterstützen

Stoffwechsel

Ein gut funktionierender Leberstoffwechsel sorgt für ein schönes glänzendes Fell, klare Augen, gesunde Haut, kräftige Hufe und für eine gute Vitalität des Pferdes. Um den Pferden in der Fellwechselzeit zu helfen, können also Kräuter gegeben werden, die den Stoffwechsel unterstützen. Die Kräuter dienen den Pferden als wichtiger Nahrungsbestandteil und können außerdem helfen, Gifte und Stoffwechselprodukte aus dem Körper des Pferdes zu entfernen.

Hierfür werden Klettenwurzel, Mariendistel, Brennessel, Löwenzahn, Artischocke, Labkraut und viele andere bekannte Heilpflanzen eingesetzt.

Ausscheidungsorgane

Ein gesundes Blut sorgt für einen gesunden Körper! Die Nieren reinigen das Blut und leisten eine hervorragende Entgiftungsarbeit. Sie filtern Abfallprodukte des Stoffwechsels und sie regulieren den Elektrolyt-und den Säure-Basen-Haushalt. Eine intakte Niere sorgt für gesundes Blut und für einen guten Hautstoffwechsel. Auch das Fell wirkt dann schön dicht und glänzend.

Dafür können auch Kräuter gegeben werden, wie Zinnkraut, Goldrute, Birke, Brennessel, Labkraut …

Achtung vor Selenmangel

Wenn der Selenspiegel im Blut deutlich unter 70 ng/ml liegt, sollte unbedingt für 6 Wochen ein hoch dosiertes Selenpräparat gegeben werden. Dadurch nehmen die Pferde wieder zu und auch der Fellwechsel wird unterstützt. Gerade für ältere oder kranke Pferde ist dies sehr wichtig, oder für Pferde die hoch im Sport stehen, da Selen den Muskelaufbau fördert. Nur Vorsicht: Eine Überdosierung muss auf jeden Fall vermieden werden, weil Selen sonst toxisch wirkt.

Mineralienmangel vermeiden

Besonders wichtig sind in der Fellwechselzeit die ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen. Zink, Selen und B-Vitamine sind zu empfehlen, damit der Fellwechsel ordentlich abläuft. In Bierhefe sind diese Mineralien in gut aufgeschlossener Form vorhanden. Außerdem dient die Bierhefe als Prebiotikum. Dies bedeutet, dass die guten Bakterien im Darm die Bierhefe gerne als Nahrung nutzen um sich zu vermehren. So können alle Nährstoffe vom Pferd gut aufgenommen werden.

Bei Darmproblemen

Wenn die Pferde vor oder während der Fellwechselzeit immer wieder Blähungen, breiige Pferdeäpfel oder Kotwasser entwickelten, ist die Verdauung gestört. Mineralstoffe können dann nicht mehr optimal aufgenommen werden und stehen dann in der Fellwechselzeit nur in geringem Maße zur Verfügung. Der Fellwechsel kann sich dann in die Länge ziehen und die Pferde können zerrupft aussehen.

Fazit: Der Fellwechsel ist wichtig

Und darum sollte er auch in der Fütterung wichtig genommen werden. Im Herbst ist es besonders für die Offenstallpferde, für alte und geschwächte Pferde wichtig, den Fellwechsel zu unterstützen, damit die Pferde ein schönes und dichtes Haarkleid für den Winter entwickeln können. So sind sie bestens geschützt vor Wind, Regen und Schnee und Infektionserkrankungen kommen so wesentlich seltener vor.

Im Frühjahr sollte der Fellwechsel zügig vonstatten gehen, damit sich die Pferde leichter an die Temperaturen und an die Insektenbelastung im Sommer anpassen können.

Bei gesunden und jungen Pferden muss man in vielen Fällen nichts für den Fellwechsel hinzu füttern. Wenn die Pferde gut gefüttert werden und der Fellwechsel von selbst ordentlich abläuft, ist es auch richtig, nicht ständig etwas hinzu zu füttern. Viel hilft nämlich nicht immer viel.

Fütterungsvorschläge

Deganius Haut&Kleid, Kräuter für den Fellwechsel

Die Kräutermischung Deganius Haut&Kleid dient der Aktivierung des Stoffwechsels. Die darin enthaltenen Kräuter sind für eine gute Nieren-und Leberfunktion geeignet, der Darm wird zusätzlich gestärkt. Die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe sorgen für eine gute Vitalität der Pferde, der Fellwechsel wird unterstützt und auch die Haut freut sich über die blutreinigenden Inhaltsstoffe der Haut&Kleid Kräuter. Man kann einmal täglich 10 Gramm Haut&Kleid pro 100 kg Körpergewicht geben, insgesamt 6 Wochen lang.

Bierhefe

Die Deganius BT-Bierhefe enthält viel Selen und Zink und auch alle B-Vitamine. Die Bierhefe kann während der Fellwechselzeit verfüttert werden. Dies empfiehlt sich, wenn nur wenig oder kein Allroundmineralfutter gegeben wird. Einmal täglich können 10 bis 20 Gramm BT-Bierhefe pro 100 kg Körpergewicht verfüttert werden.

Sommerschön Minerale

Organische Mineralien des Sommerschön Minerale enthalten keinerlei synthetische Zusätze. Sie können als Mineralienbeigabe während der Fellwechselzeit oder auch dauerhaft gegeben werden. Man kann ein Mal am Tag 20 Gramm Sommerschön Minerale pro 100kg Körpergewicht verfüttern.

Leinöl

Ein kaltgepresstes Leinöl enthält über 50 % Omega 3 Fettsäuren und viel Vitamin E. Besonders für dünne und hautempfindliche Pferde ist dieses Öl während der Fellwechselzeit geeignet, da Omega 3 entzündungshemmend ist, viel Energie liefert, den Muskelaufbau fördert und auch den Fellwechsel und sowie die gesunde Haut unterstützt. Einmal am Tag werden 10 bis 30 ml Leinöl gefüttert, je nach Größe des Pferdes. Wer möchte, kann auch ein wenig mehr geben.

Selen plus E

Man kann zwei Mal pro Jahr während der Fellwechselzeit 6 Wochen lang Selen verfüttern. Von Deganius Selen plus E (mit einem Selengehalt von 50 Milligramm pro Kilo) gibt man einem 500-600 kg Großpferd täglich 30 Gramm. Einem Kleinpferd oder Pony können circa 15-20 Gramm des Selenpräparates verabreicht werden. Selen sollte nicht zusammen mit Vitamin C (Obst, Allroundmineralfutter mit Vitamin C, etc.) verfüttert werden, da das Selen sonst schlecht vom Körper aufgenommen wird. Eine Kur zwei Mal pro Jahr reicht, da Selen in den Nieren, der Leber, der Schilddrüse und auch im Muskelgewebe gespeichert und bei Bedarf mobilisiert werden kann. Wenn man dauerhaft ein Allroundmineralfutter verfüttert, welches Selen enthält (zum Beispiel 15 Milligramm pro Kilo), dann benötigt man in vielen Fällen kein oder nur deutlich weniger an zusätzlichem Selen. Der Selengehalt im Blut sollte alle 1-2 Jahre vom Tierarzt untersucht werden. Denn Selen sollte immer sehr exakt dosiert werden, da es in größeren Mengen toxisch wirken kann.

Für die Darmflora

Hierfür eignet sich das Kanne Fermentgetreide. Es stabilisiert die Darmflora und sorgt für eine gute Verwertung des Futters. Bei immer wiederkehrendem Kotwasser, breiigen Pferdeäpfeln oder Blähungen, sollte das Kanne Fermentgetreide verfüttert werden, damit alle Nährstoffe des Futters optimal aufgenommen werden. Denn wenn die Darmflora wieder hergestellt ist, kann der Fellwechsel auch leichter vonstatten gehen. Es wird ein Mal täglich 10 Gramm Fermentgetreide pro 100 kg Körpergewicht verfüttert, insgesamt 4 Wochen lang.

Propolis

Propolis kräftigt das Immunsystem und kann an stark geschwächte Pferde während des Fellwechsels gegeben werden. Dies ist besonders als Vorbeugung empfehlenswert bei Pferden, die erfahrungsgemäß im Herbst immer husten. Es kann einmal am Tag 2 Gramm reines Propolis pro 100kg Körpergewicht gegeben werden. Man sollte es mindestens 3 Wochen lang verabreichen.

Bildquellen

  • Przewalskifohlen im Fellwechsel: Urheber: Schmutzler-Schaub / Fotolia: 41196470

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